Unsere kleine Serie über deutschsprachige BuchbloggerInnen geht weiter, diesmal machen wir Station bei Booknapping.

Wie schon bei anderen hier präsentierten Buchblogs, spielen neben Büchern bei Booknapping auch Comics eine gewichtige Rolle. Mit zwei anderen Comic-Freundinnen betreibt Sandra, der kreative Kopf hinter Booknapping, als zusätzliches Projekt sogar einen Podcast zum Thema. Darüber, und noch einiges mehr, hat Sie uns in den Antworten zu unseren 10 Fragen an Buchblogger geschrieben.

Was war die Motivation für den Start Ihres Buchblogs?

Vor gut zehn Jahren habe ich mit dem Rezensieren von Medien auf einem Rezensionsportal begonnen. 2016 dann wollte ich aber auf eigenen Blog-Beinen stehen und habe Booknapping ins Leben gerufen. Ich liebe es einfach über meine Leidenschaft für Bücher, Comics und alles drumherum zu sprechen, mich auszutauschen und andere damit zu inspirieren. Nach einem Umzug in eine neue Stadt habe ich auch mein Literaturblog gestartet. Als doppelter Neuanfang sozusagen.

Mit welchem Buch ist das Blog gestartet?

Da musste ich direkt selbst erst nachschauen. Es war “Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack”, ein Essay-Band von William Gibson, dem Autor des “Neuromancer” und Begründer des literarischen Cyberpunks. Aber diese Rezension war im Grunde eine Wiederverwertung einer zuvor schon erschienenen Besprechung. Ich musste mich erst eingrooven.

Wie viele Bücher lesen Sie im Monat, und wie viele davon werden im Buchblog davon besprochen?

Ich lese im Jahr circa 100 Bücher und Comics, das sind runtergebrochen auf einen Monat dann 8,333 … Von diesen 100 stelle ich ungefähr 50% im Blog vor. Da ich auch Mitglied in einer Podcast-Crew bin, landen außerdem viele Comics in unserem Format 3 Frauen. n Comics. Der Comicklatsch. Einige der dort vorgestellten Comics bespreche ich ebenfalls in meinem Blog.

Welche Genres werden im Blog besprochen?

Meine Schwerpunkte liegen auf der phantastischen Literatur (Fantasy, Science-Fiction), Comics (alles von Graphic Novels bis zu Manga) und illustrierten Büchern. Aber ich bin hochflexibel was meine Lektüreauswahl angeht, daher finden sich auch Besprechungen zu anderen Genres im Blog.

Gibt es ein Buch, das zwei Mal besprochen wurde, bzw., dass man eigentlich noch einmal besprechen sollte?

Ich habe das noch nicht getan, jedoch kann ich mir vorstellen, ein Buch nach einem gewissen Zeitraum erneut zu lesen und dann aus diesem Abstand zum ersten Leseerlebnis eine neue Rezension zu schreiben. Da ich allerdings selten Texte zweimal lese, wird das bei mir wohl kaum vorkommen.

Welche drei Bücher muss man unbedingt gelesen haben?

Das lässt sich so pauschal für alle lesenden Menschen nicht beantworten. Ich bin davon überzeugt, dass eine Empfehlung immer auf die jeweilige Person abgestimmt sein sollte. Geschmäcker sind verschieden, das gilt auch für Literatur, und wie soll ich da drei Bücher nennen, die für alle passen würden? Das ist unmöglich.

Wenn ich mir sagen sollte, welche drei Bücher ich unbedingt gelesen haben sollte, dann würde ich mir zu diesen raten: “Herr der Ringe” von J. R. R. Tolkien, “Die Ritter von Crongton” von Alex Wheatle und die Trisolaris-Trilogie von Cixin Liu.

Welche drei Bücher muss man NICHT gelesen haben?

Auch das ist abhängig von den Vorlieben der Leser*in. Wenn es nach mir ginge, sollte niemand Bücher lesen, die Rassismen und Diskrimierungen propagieren. Ganz unbedingt niemals!

Sind Sie mit anderen Buchbloggern vernetzt? Wie sieht die Buchblog-Community aus?

Ja, selbstverständlich. Das macht auch einen großen Teil des Reizes am Bloggen aus. Kontakte kommen größtenteils über die Social Media-Kanäle zustande und auch auf Events, wie Buchmessen, Barcamps und Conventions trifft und lernt sich die Buchblog-Community kennen. Daraus haben sich auch schon viele echte Freundschaften entwickelt, eine wirklich schöne Sache.

Da ich neben dem Bloggen über Bücher auch viel über Comics zu sagen habe, ist meine “Bubble” sehr vielfältig und ich beobachte allzu gerne, wie wir uns alle gegenseitig mit unseren Tipps und Empfehlungen anstecken. So beginnen einige Romane zu lesen und andere wiederum finden den Einstieg in das riesige Universum der Comics.

Wie steht es um das Verhältnis zwischen Buchbloggern und dem klassischen Feuilleton? Und wie werden Buchblogger von Verlagen gesehen?

Wie Buchblogger von Verlagen gesehen werden, kann ich nur aus dem Feedback der Verlage, das bei mir ankommt, beurteilen. Und wenn solches Feedback erfolgt, dann ist es sehr positiv. In den letzten Jahren haben (nicht nur) die Verlage den Wert von Literaturblogger*innen schätzen gelernt. Gleiches gilt für Buch-/Comic-You Tube-Kanäle als auch für Podcasts.

Der alte Grabenkrieg zwischen Feuilleton und Literaturblogs scheint überwunden oder zumindest nicht mehr präsent zu sein. Ich höre davon zumindest nichts mehr und ich habe auch nie verstanden, warum da überhaupt Vergleiche zwischen zwei so unterschiedlichen Formen des Berichtens über Bücher gemacht wurde.

Was ist der eigentliche Unterschied zwischen Buch, E-Book und Hörspiel?

Vergleiche ich digitales mit analogem Lesen, bin ich eindeutig beim guten alten gedruckten Exemplar. Für mich verbreitet ein Buch/Comic mit seinem Geruch, seiner Haptik und dem Seitenrascheln auch eine gewisse Sinnlichkeit. Diese Eigenschaften fehlen mir bei einem E-Book, weshalb ich eher selten dazu greife. Comics lese ich noch weniger gern digital, das muss ich wohl erst so richtig für mich entdecken. Es gibt allerdings eigens für das digitale Medium produzierte Comics, die genau darin ihren Reiz haben. Darauf bin ich neugierig und werde mir das auf jeden Fall näher ansehen.

Ein Hörspiel ist nochmal etwas ganz anderes, das ich aber durchaus auch sehr mag. Ich nenne Hörspiele gerne Filme für die Ohren, mit all ihren Soundeffekten und den vielen Sprecher*innen. Anders geht es mir bei Hörbüchern, dafür brauche ich immer eine weitere Beschäftigung, um mich darauf konzentrieren zu können. Für viele sind Hörbücher, insbesondere die ungekürzten Lesungen, sicher eine gute Variante, um überhaupt Literatur im Alltag unterbringen zu können.

Ein paar Worte über die Bloggerin:

Foto: Sandra Wiegratz

Mein Name ist Sandra, ich lebe in Hannover und bin leidenschaftliche Buch- und Comicliebhaberin. Seit weit über 40 Jahren geht das schon so und ich liebe es mit meinem Blog eine tolle Möglichkeit gefunden zu haben, andere mit meiner Hingabe für Bücher anzustecken. Da ich Abwechslung liebe, ist mein Blog bunt gefüllt mit Besprechungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Berichten aus dem Leben einer Literaturbloggerin. Fun Fact zum Blognamen: Da ich früher beim Lesen oft eingeschlafen bin und ich die Assoziation zum Bücher-Kidnappen sympathisch fand, habe ich mein Blog Booknapping genannt.

Booknapping

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