10 Fragen an … Tintenhain

10 Fragen an … Tintenhain

Wie bei den meisten unserer bisherigen Interviewpartner führte auch bei Mona Firley der Weg über Foren und Büchercommunitys zum eigenen Blog. Was sie seitdem auf Tintenhain veröffentlicht, hat sie uns im folgenden Interview erzählt.

Was war die Motivation für den Start Ihres Buchblogs?

Ich habe schon vorher immer etwas mit Büchern im Internet gemacht, war aktiv in Foren und in Büchercommunitys. Ich habe auch schon Rezensionen geschrieben. Also wollte ich ausprobieren, was hinter so einem Blog steckt und wie das geht. Mir macht es Spaß, neue Dinge auszuprobieren und dabei etwas zu lernen. Das Thema war schnell klar und als dann auch noch jemand las, was ich schrieb, habe ich Feuer gefangen und bin bis heute dabeigeblieben.

Mit welchem Buch ist das Blog gestartet?

Ich glaube, es war „Das Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz. Das fand ich damals richtig toll.

Wie viele Bücher lesen Sie im Monat, und wie viele davon werden im Buchblog davon besprochen?

Das kommt ganz darauf an, wie es zeitlich passt und was sonst so im Alltag ansteht. Ich denke, im Durchschnitt lese ich 6 bis 7 Bücher im Monat und ich bespreche etwa zwei Drittel meiner gelesenen Bücher.

Welche Genres werden im Blog besprochen?

Ich würde mich als Allesleserin bezeichnen, daher ist es auf meinem Blog bunt gemischt. War es zu Anfang mehr Fantasy, so sind es heute deutlich mehr Thriller und Krimis. Das Jugendbuch nimmt nach wie vor großen Raum ein, aber auch zeitgenössische Literatur findet immer mal wieder ihren Platz im Tintenhain. Nur Sachbücher rezensiere ich tatsächlich nicht.

Gibt es ein Buch, das zwei Mal besprochen wurde, bzw., dass man eigentlich noch einmal besprechen sollte?

Ich lese eigentlich extrem selten ein Buch zweimal, das ist schon eine große Ausnahme. Es gibt aber Bücher, bei denen ich es sehr schade finde, dass ich sie nicht rezensiert habe und die sich daher nicht auf dem Blog wiederfinden. Dazu gehören „Altes Land“ von Dörte Hansen oder auch „Die dunkle Seite der Liebe“ von Rafik Schami.

Welche drei Bücher muss man unbedingt gelesen haben?

Kann man das so pauschal sagen? Ich tue mich tatsächlich schwer mit allgemeinen Buchtipps. Kommt ja immer darauf an, wer es lesen soll. Ich habe mich zuletzt sehr für Dörte Hansens „Mittagsstunde“ begeistern können. Auch „Im Schatten des Turmes“ von René Anour hat mich sehr mitgerissen und bewegt. Ob man die Bücher gelesen haben muss? Ich auf jeden Fall schon.

Welche drei Bücher muss man NICHT gelesen haben?

Ich bin ja in einem Lesekreis, in dem wir gemeinsam Bücher lesen und besprechen. Uns fällt dabei auf, dass selbst Literaturpreisträger mal begeistern und mal enttäuschen können. Und dabei gibt es auch immer wieder das eine oder andere Buch, bei dem wir uns einig sind, dass man es nicht gelesen haben muss. Für andere ist es aber offensichtlich das Größte, was der Markt zu bieten hat. Also warum sollte ich davon abraten?

Sind Sie mit anderen Buchbloggern vernetzt? Wie sieht die Buchblog-Community aus?

Ja, ich bin natürlich mit anderen Buchblogger*innen vernetzt. Der Austausch und die Inspiration untereinander sind vermutlich das Reizvollste und das Beste am Bloggen. Im Laufe der Jahre sind gute Freundschaften entstanden und am schönsten sind natürlich die persönlichen Treffen auf Buchmessen und anderen Veranstaltungen. Die Buchblog-Community ist bunt und vielfältig. Ich erlebe das als positiv und bekomme oftmals auch in politischen und gesellschaftlichen Fragen einen neuen Gedankenanstoß oder auch Blickwinkel. Natürlich herrscht dabei nicht nur eitel Sonnenschein, aber auch dunkle Wolken gehören nun mal dazu.

Wie steht es um das Verhältnis zwischen Buchbloggern und dem klassischen Feuilleton? Und wie werden Buchblogger von Verlagen gesehen?

Buchbloggen und klassisches Feuilleton.Das war mal ein ganz großes Thema, bei dem die Fetzen flogen. Ganz verstanden habe ich das Drama dabei nicht. Ich denke, wir sprechen zum großen Teil unterschiedliche Zielgruppen an und je mehr Leser*innen wir erreichen, umso besser. Meiner Meinung nach ergänzt sich das ganz gut.

Ich kann mir vorstellen, dass die Verlage das ganz ähnlichsehen, denn wir Buchblogger müssen schon lange nicht mehr um die Anerkennung kämpfen wie noch zu meinen Anfangszeiten. Da gibt es schon viel Wertschätzung und eine gute Zusammenarbeit. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass Verlage und auch Autoren vergessen, dass die meisten von uns ihren Blog neben dem Beruf als Hobby betreiben.

Was ist der eigentliche Unterschied zwischen Buch, E-Book und Hörspiel?

Bei einem Buch kann ich die Aufmachung und Gestaltung genießen und es mir nach dem Lesen ins Regal stellen. Außerdem riechen Bücher so gut! Ein E-Book kann ich dafür im Dunkeln lesen und aus irgendeinem Grund lese ich da auch schneller. Außerdem sieht man auf dem Reader nicht so schnell, wie groß der SuB* in Wirklichkeit ist. Ein Nachteil ist, dass man Anhänge und Indizes meist erst findet, wenn es zu spät ist.

Für Hörspiele und Hörbücher brauche ich viel mehr Zeit und auch eine störungsfreie Umgebung. Daher komme ich auf maximal drei Hörbücher/-spiele im Jahr – die meiner Kinder mal nicht mitgerechnet. Das finde ich sehr schade.

* Stapel ungelesener Bücher

Foto: tintenhain.de

Ein paar Worte über die Bloggerin

Mona Firley bloggt seit Ende 2011 im Tintenhain über alles, was sie rund ums Buch bewegt. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Braunschweig, wo sie nicht nur einen Lesekreis und einen Bücherstammtisch ins Leben gerufen hat, sondern sich auch in der Ortsbücherei im Stadtteil engagiert. Ihr Blog ist für sie eine Ausdrucksmöglichkeit, eine Austauschplattform und das größte Hobby neben dem Lesen.

Tintenhain

Redaktion

Redaktion

Als Redaktion hinter DenkZeit arbeiten wir für Sie daran ein möglichst interessantes und informatives Online-Magazin bereitzustellen. Jeden Monat stellen wir Ihnen ein Schwerpunktthema zusammen, darüber hinaus finden Sie aber auch in der Zeit dazwischen immer aktuelle Artikel auf unserer Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.