Bilderserie: Fitnessgeräte aus dem 19. Jahrhundert von Dr. Zander

Fitnessgeräte gibt es nicht erst, seit es Fitnessstudios gibt. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Geräte, die selbst heute noch modern wirken.

In Zeiten der Coronapandemie stehen die Fitnessgeräte in ihren Studios meist wohl nur ungenutzt herum und setzten bestenfalls Staub an. Aber vielleicht wagen sich deshalb ja mehr Menschen zuhause auf ihren Hometrainer.

In diesem Beitrag werfen wir einen kleinen Blick in die Geschichte dieser Fitnessgeräte. Sie reicht weit zurück, weiter als in die 1980er und ihrer Fitnesswelle, auch nicht bis in die 1920er – man muss schon noch ein Jahrhundert zurückgehen.

In den 1860er Jahren entwickelte der Schwede Dr. Gustav Zander ein Konzept einer Bewegungstherapie, die von Maschinen unterstützt wurde. Maschinen lagen auf der Hand, die Industrialisierung hatte längst Fahrt aufgenommen. Während die Arbeiterschaft an den Maschinen schuftete, war die bessere Klasse, also jene, die sich Zanders Therapien auch leisten konnten, dabei nur noch herumzusitzen. Ein Problem, das uns Büromenschen heutzutage bekannt sein dürfte.

Zander ging es aber nicht nur um die körperliche Fitness als Ausgleich für die im Sitzen verbrachten Tage. Die von ihm entwickelten Maschinen sollten auch Menschen in der Rehabilitation helfen wieder ihre gewohnten Bewegungsabläufe einüben zu können, möglichst schmerzfrei. Die von ihm entwickelten Maschinen waren in Europa und den USA dann auch schnell gefragt.

Das verdankte er auch seinem Geschick bei der Entwicklung der Maschinen, die mit Hilfe von einstellbaren Gewichten recht individuell auf die Kräfte der jeweiligen Person eingestellt werden konnten. Andere waren etwa frühe Versionen unserer heutigen Massagesessel.

1856 gründete er sein erstes Wellnessinstitut in Stockholm, in den 1880er gelang ihm sogar der Sprung über den großen Teich, mit einer Zweigstelle in New York. Doch der weltweite Erfolg der Methode schien an den Erfinder gekoppelt.

Zander starb 1920 in Stockholm, damit kam auch seine Therapie zum Erliegen und die Geräte verschwanden weitestgehend. Sportstudios setzten wieder auf Punchingbälle, Springseile und einfache Gewichte, und auch aus der Medizin verschwanden die Geräte wieder. Dabei waren sie, wenn einige von ihnen heute auch eher bizarr auf uns wirken, ihrer Zeit wohl weit voraus.