Liebe DenkZeit-Leser,

wir sind mit unserem Projekt jetzt seit fast genau drei Monaten online. Und auch wenn es uns manchmal so vorkommt, als würden jeden Tag neue Herausforderungen deshalb auf uns zukommen, einige Herausforderungen waren von Beginn an klar.

Dazu gehört es die hier erscheinenden Beiträge in drei Sprachen zu veröffentlichen. Jeder Text, der bei mir als Chefredakteur landet, muss also noch einmal in zwei weitere Sprachen übersetzt werden. Das ist nicht immer leicht, will man den Text doch gerecht werden. Das ist mitunter auch etwas stressig, und oft sind es die Übersetzungen, die uns ein Gefühl geben, das man bei Internetpublikationen eigentlich gar nicht mehr so stark kennt. Dieses Gefühl der Panik, wenn der Redaktionsschluss anklopft, man aber erst gut die Hälfte geschafft zu haben scheint.

Wenn es um die Übersetzung von Lyrik geht, ist das noch einmal ganz eine andere Sache. Es mag Texte geben, wo das (digitale) Wörterbuch helfen kann, aber Lyrik ohne Sprachgefühl übersetzen zu wollen, ist, als ob man versucht ein Space Shuttle zu fliegen, obwohl man gerade einmal gelernt hat einen Esel zu reiten.

Als wir das große Glück hatten den mexikanischen Dichter und Schriftsteller Jorge Contreras Herrera für unser Projekt gewinnen zu können, und damit verbunden die Chance seine Gedichte erstmals in Deutsch veröffentlichen zu können, war die Freude groß – aber die anstehende Herausforderung nicht geringer. Unser Herausgeber machte sich sofort auf die Suche nach einer Übersetzerin oder einem Übersetzer, der in der Lage sein würde, sich dieser Aufgabe zu stellen. Während ich, man mag mich entweder kleingeistig oder realistisch nennen, mir Sorgen machte, egal, wen wir am Ende finden würden, wir tief in die Redaktionskasse greifen müssten. Und wie sich einige unserer Leser vorstellen können, die Redaktionskasse unseres Projektes ist recht leer.

Aber Jorge Contreras Herrera hat uns geholfen, ohne dass er sich dabei hätte einschalten müssen. Denn als die Übersetzerin gefunden war, erklärte sie sich bereit uns zu helfen und dafür weit weniger in Rechnung zu stellen, als man eigentlich erwarten sollte. Vielleicht auch ein wenig, um uns zu unterstützen, vor allem aber lag es daran, welche Worte sie hier ins Deutsche bringen sollte. Ihre Begeisterung über die Gedichte von Jorge Contreras Herrera war so groß, dass es allein diese schon viel wert waren.

Eine Begeisterung, die wir bei DenkZeit teilen. Und wir sind sicher, auch unsere Leser werden sich von dieser Lyrik begeistern lassen. Am 16. Februar ist es dann so weit, wir sind stolz, dann die Gedichte von Jorge Contreras Herrera an dieser Stelle präsentieren zu können – in Spanisch, Englisch und Deutsch.

In diesem Sinne,
Thomas Matterne,
Chefredakteur DenkZeit

Jorge Contreras Herrera
Ist Autor, Dichter und Essayist sowie als Herausgeber, in der Leseförderung und im Kulturmanagement tätig. Er leitet das Kollektiv Los Ablucionistas A.C. Salud y Felicidad a través del Arte y la Cultura, das interantioanle Poesiefestival Ignacio Rodríguez Galván sowie das Internationale Poesiefestival José María Heredia. Er hat die Anthologie Tributo a Sabines: he aquí que estamos todos reunidos zusammengestellt. Von ihm erschienen die Gedichtbände Inventario de caricias, ¿Quién soy otro sino tú?, Poemas del candor, Otro que fui und El espejo adecuado.