Auch mit über 80 steht Terrence Hill noch vor der Kamera, in der Hauptsache fürs Fernsehen, mit „Mein Name ist Somebody“ allerdings auch noch einmal im Kino/Heimkino.

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Wenn Schauspieler als Regisseure ein „Herzensprojekt“ umsetzen, ist das immer so eine Sache. Manchmal gilt dann jener Grundsatz, den Clint Eastwood einmal mit den Worten zusammengefasst hat, „wenn ich es gut finde, war es richtig“. Nur ob der Zuschauer es genauso sieht?

Mein Name ist Somebody entstand als ein solches Herzensprojekt. Jahre verbrachte Terrence Hill mit der Umsetzung des Stoffs, in dem er später auch Hauptrolle und Regie übernahm. Herausgekommen ist eine Genremischung, bei der keine der Kategorien so richtig zu einer Dominanz kommen mag. Vielleicht ist es am ehesten noch ein Roadmovie, schließlich treten die beiden Hauptfiguren eine Reise von Italien in die spanische Wüste Almeria an. Dorthin zieht es Thomas (Terrence Hill), um in aller Ruhe und Einsamkeit ein Buch zu lesen. Soweit wird es nicht kommen, gabelt er doch schon in Italien die junge Lucia (Veronica Bitto) auf, die ebenfalls nach Spanien möchte. Der ruhig, introvertierte Thomas und die quirlige, extrovertierte Lucia bilden als ungleiches Paar zugleich auch jene Grundlage, von der jene Filme lebten, für die Terrence Hill Generationen bekannt ist. Dank des charakterlichen Gegensatzes funktionierten unzählige Filme mit Terrence Hill und Bud Spencer. Letzterem ist Mein Name ist Somebody auch gewidmet. Die Nachricht von Bud Spencers Tod soll Hill auf der Suche nach passenden Drehorten in Spanien erreicht haben, in der Wüste Almeria, wo sich die beiden bei Dreharbeiten einst zum ersten Mal trafen.

Tatsächlich ist die Wandlung des „Nobody“ zum „Somebody“ nicht die einzige Anspielung die Fans in dem Film bekommen. Auch der Ort in der Wüste, an den es die beiden ungleichen Akteure schließlich verschlägt, ist eine Kulisse der alten Western, die dort einst en masse gedreht wurden. Andere Anspielungen drehen sich um einen Skorpion, mit dem Thomas beinahe so etwas wie eine Freundschaft verbindet, oder eine Kneipenschlägerei, bei der am Ende wieder nur eine Bratpfanne den Sieg bringt.

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Ist Mein Name ist Somebody also ein Film für die Fans der alten Hill-Spencer-Streifen? Sie werden sicher ihre Freude daran haben, aber wohl nur wenn es sich um jene Generationen handelt, die tatsächlich auch mit den Filmen aufgewachsen sind. Der Film gleicht mehr einer ruhigen Tragikomödie, der es gelingt mit den klamottenartigen Einschüben – wie gesagt, Bratpfannen kommen zum Einsatz – nicht aus der Rolle zu fallen. Denn über allem steht die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, die vom ersten Augenblick an aufeinander angewiesen scheinen. Der alte Thomas sieht dem Ende seines Lebens entgegen, vor seinem Aufbruch übergibt er noch den Schlüssel seines Hauses dem Prior des benachbarten Klosters – falls er nicht wiederkommt. Die junge Lucia dagegen wirkt als hätte sie mehr als nur ein Leben, so wild tanzt sie sich durch die Tage an der Seite des väterlich lächelnden Thomas. Dabei ist sie es, die wegen einer Herzkrankheit dem Tod wirklich ins Auge sieht, und – wie man gegen Ende des Films von einer Tante, die Lucia mal als erfunden, mal als real ausgibt – schon weit über jene Zeit ist, die die Ärzte ihr einst gegeben haben.

Damit kommt nun ein Element ins Spiel, das der Fan der alten Filme nicht kennt, der Stoff berührt und lässt ihn trauern, denn man muss wohl keine Spoilerwarnung voranstellen, um das Ende vorherzusehen. Mag sein, dass die letzte Szene ein wenig über das Ziel hinausschießt, wenn die verstorbene Lucia sich noch einmal auf dem Motorrad an Thomas klammert, der nun in den Norden will, um die Nordlichter zu sehen, die sich Lucia zu sehen so gewünscht hat. Hört man aber ihre Stimme sagen, dass Thomas nun „Somebody“ sei, ist das doch der verdiente Schluss des Films, in dem er seiner Hauptfigur etwas gönnt, was den wenigsten Menschen je vergönnt ist, bei sich selbst anzukommen.


Mein Name ist Somebody (Italien 2018) – zu sehen bei Prime Video, Youtube Video und auf DVD

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