Es gibt eine Schönheit des menschlichen Körpers, die zu erkennen, sich der Betrachter erst überwinden muss. Die Schönheit der menschlichen Anatomie. Jener Welt, die nur wenige Millimeter unter unserer Haut beginnt.

Mit den Fotos von Dr. Davorin Wagner tauchen wir in eine Welt der Ästhetik ein, die uns für gewöhnlich verschlossen bleibt. Für gewöhnlich sehen diese Bilder nur Chirurgen wie Davorin Wagner, oder die Betrachter der Fotografien, die er davon anfertigt.

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In der Reihe Homologien in der Natur „Mensch-Blume“ zeigt er aber mehr als die für manchen Betrachter erst nach dem beiseiteschieben seiner Vorurteile erkennbaren Schönheit des menschlichen Körpers. Er verbindet mit den Bildern des einen Lebens, die oft erstaunlich ähnlich wirkenden Strukturen des Lebens an einem anderen Ort. In diesem Fall jene des Menschen, mit der von Blumen.

Hybiscuscyste

Wie eine Chimäre entsteht dabei etwa die Hybiscuscyste. An der Grenze zueinander verschwimmen die beiden Seiten und es wirkt auf den Betrachter so, als würde die Zyste in den Hibiskus hinüberfließen, um die Einheit zu perfektionieren.

Begleiten Sie Davorin Wagner doch noch ein Stück weiter auf der Reise, etwa bei der Gegenüberstellung einer Morula zu den Blüten einer Blume, die wirken, als hätte der Schöpfer an dieser Stelle eine zumindest äußerliche Kopie erstellt.

Morula mit Blüte

Es würde passen, stellt beides doch einen neuen Anfang dar. Die Blüte sorgt für die Nachkommen der Blumen, die Morula ist das früheste Stadium der Embryogenesse.

Von ungewöhnlicher Schönheit sind auch jene Gallensteine auf dem nächsten Bild, die Davorin Wagner in seinen Homologien gemeinsam mit Blütenstempeln zeigt.

Gallensteine und Blütenstempel

Dafür, dass Gallensteine vor allem Probleme machen, sind sie von einer ungewöhnlichen Intensität für den Betrachter. Blickt er unvoreingenommen auf die sich zur Miniatur eines Hügels aufgeschichteten Gallensteine, kann er sich dem Anblick kaum noch entziehen.

Gefäßschleier

Neugierig geworden? Gemeinsam mit Kollegen hat Dr. Davorin Wagner das Buch „Mit den Augen eines Chirurgen“ veröffentlicht:

Mit den Augen eines Chirurgen
Fotografien von Thomas W. Kraus und Davorin Wagner
Artworks von Justus Becker, Christian Maria Knecht und Thomas W. Kraus
ISBN 9783862281916

Die Verbindung zwischen Chirurgie und Kunst ist so alt wie die menschliche Neugier. Das Studium der menschlichen Anatomie und ihre Abbildung sind untrennbar miteinander verbunden. Auf dem heutigen technischen Stand offenbaren sich neue Möglichkeiten der Visualisierung. Den Chirurgen am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt a. M. sind technisch und ästhetisch anspruchsvolle Aufnahmen gelungen, die tiefe Einblicke in die Schönheit der anatomischen Morphologie des menschlichen Körpers ermöglichen.
Das sich anschließende Kunstprojekt „Art of Surgery“ ist interdisziplinär angelegt: Die Fotografien inspirieren zur künstlerischen Weiterentwicklung in verschiedenen Gestaltungstechniken, die von der Malerei, digitaler Bildbearbeitung, grafischer Modifikation bis hin zu Graffiti und Collage-Techniken reichen.
Der Fotograf
Dr. med. Davorin Wagner wurde 1951 in Zagreb im damaligen Jugoslawien geboren. Die Familie siedele später nach Frankfurt am Main über, wo Wagner nach seinem Medizinstudium als Chirurg am Krankenhaus Nordwest zu arbeiten begann. Parallel war er schon immer als Fotograf und Künstler unterwegs. Neben Landschaften oder Porträts vereint er mit chirurgischer Fotografie aber auch beide Bereiche zu einem. – www.photoimagine.org