Heimat von Allie Barrera

Wie fühlt sich deine Beziehung zur Heimat an, wenn sich die Heimat gar nicht wie das Zuhause anfühlt? Wie fühlt sich das Zuhause überhaupt an? Ich weiß es nicht genau. Ich glaube aber, es fühlt sich wohl für jeden anders an?

Vielleicht ist Zuhause ein Duft, wie die berühmten Zimtrollen deiner Mutter an einem Sonntagmorgen. Vielleicht ist Zuhause ein Gefühl, wie die Wärme des Atmens eines schlafenden Babys neben dir. Vielleicht ist es das Geräusch eines Hundes, dessen Schwanz so vor Aufregung wedelt, dass er auf den Boden aufschlägt, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst.

Ich weiß nicht genau, wie sich Zuhause anfühlt, aber ich weiß, wie es sich nicht anfühlt. Es fühlt sich nicht wie Angst an. Oder Wut. Definitiv nicht wie Wut. Es fühlt sich nicht nach Sexismus und Hass, an und es sollte sich sicherlich nicht anfühlen wie eine tiefe Depremiertheit. In diesen Tagen eine Amerikanerin zu sein, ist eine seltsame Sache. Ich liebe das Land, in dem ich geboren wurde, und die Menschen dort immer noch. Ich liebe die Farben, Formen und all die Aromen, und noch viel mehr. Aber es ist auch nicht ganz einfach. Wie erzieht man in diesem Land Kinder? Das ist in meinen Augen keine politische Sache. Es spielt keine Rolle, wo du im Spektrum der Konservativen versus den Liberalen stehts, oder was du über die Regierung denkst – am Ende läuft alles auf Emotionen hinaus. Und es sind Emotionen, die unsere Kinder brauchen, um sich in der Welt zurechtzufinden.

Als Mutter von Jungen fühle ich, dass das Größte was ich der Welt schulde, ist, aus ihnen GUTE Männer zu formen. Und um gut zu sein, muss man mutig sein. Du musst mutig genug sein, um mit dem Kind auf dem Spielplatz zu spielen, das vielleicht niemanden zum Spielen hat. Du musst mutig genug sein, um für das Richtige einzustehen, auch wenn es sich anfühlt, als würden dir alle anderen um dich herum die Hölle heiß machen.

Einer meiner Lieblingsautoren und Aktivisten Glennon Doyle schrieb einmal über die noch leise Stimme in unserem Inneren.

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit meinem ältesten Sohn über diese leise Stimme. Sie beginnt sanft, wie ein Gefühl. Wenn wir sie aber nicht hören, wird sie immer lauter, bis die Stimme sich anhört, als würden wir von ihr angeschrien – nur eben aus unserem Inneren. Diese leise Stimme leitet uns, und wenn wir ruhig und still sind, können wir etwas von ihr lernen. Ich würde behaupten, dass diese leise Stimme eines jeden für das Gute spricht. Ich denke gerne, dass es unsere Seele ist, die dort zu uns flüstert.

Ich glaube, man kann Amerika lieben und trotzdem um seine Heimat weinen. Wenn wir in einer Welt leben, in der hochgebildete Frauen abgewertet werden, weil sie Frauen sind, und die Menschen Angst haben, zu lieben, wen sie lieben, und noch schlimmer: Menschen Angst haben, diejenigen zu verteidigen, die vor dem Zorn anderer geschützt werden müssen. Was tun wir dann? Und wie lehren wir unsere Kinder, was zu tun ist? Glennon sagt, wir halten inne. Wir verharren, wir sehen uns um, und wir hören zu. Wenn wir ruhig und wach genug sind, wird die leise Stimme nur noch ein wenig lauter werden müssen, und führt uns dann nach Hause. Ich denke, wir sind es unserer Heimat schuldig, auf unsere kleine Stimme zu hören. Und wir schulden es unseren Kindern, damit sie zumindest die Chance haben, die Welt zu verändern.

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