Heimat von Michael Spaccarotella

Ich bin gerade von einem 9-tägigen Urlaub in Europa zurückgekehrt, in den letzten fünf Jahren hatte ich dazu jedes Jahr die Gelegenheit. Die Reise ist jedes Mal anders, so unterschiedlich und einzigartig, wie die Länder uns Städte, die ich besuche. Aber so aufregend und lohnend die Ausflüge auch sind, es ist ein erfrischendes und angenehmes Gefühl, durch meine eigene Tür zu gehen und zu mir selbst zu sagen: „Zuhause!

Was gefällt uns an diesem „Zuhause“ so gut? Mit welchen Worten können wir es beschreiben? Sicherheit, Geborgenheit, Schutz, Familie und Liebe kommen mir schnell in den Sinn. Es definiert, wer wir sind und woher wir kommen. Der Anblick, der Klang, der Geruch und das Gefühl sind anders als an jedem anderen Ort in unserem Leben. Die Heimat ist ruhig, eine Zuflucht vor Gefahr. Egal wo wir in der Welt sind, oder was mit uns geschieht, wir wissen, dass wir in unsere Heimat zurückkehren können und sicher, beschützt und geliebt werden. Wir sehnen uns nach ihr, wenn wir zu lange weg sind.

Aber was, wenn wir plötzlich nicht mehr nach Hause können oder daran gehindert werden, zu dem zurückzukehren? Was ist mit einem Menschen, der sich durch eine Reihe von Ereignissen und Entscheidungen im Gefängnis wiederfindet? Was passiert mit seiner „Heimat“? Alles, was die „Heimat“ zu dem gemacht hat, was sie war, ist plötzlich weg. Dinge wie Sicherheit, Vertrauen und Ehrlichkeit können im Handumdrehen nicht mehr für ihn erreichbar sein.

Welche Gedanken und Emotionen erlebt dieser Mensch? Was bedeutet der Begriff Heimat jetzt noch? Kann man in einer Gefängniszelle Sicherheit, Geborgenheit oder eine nährende Umgebung finden? Für einige der Betroffenen stelle ich mir vor, dass ein Teil des Lebens neu definiert und geschrieben werden muss.

Viele, die inhaftiert sind, lassen eine Familie zurück. Eine liebevolle Familie, plötzlich zerrissen durch die Abwesenheit eines geliebten Menschen, eine Familie mit vielen Fragen, aber wenigen Antworten, eine Familie, die verlassen wurde, um Neuland ohne eine Landkarte zu erkunden. Ein unbekanntes Gebiet, das wenig Hilfe oder Unterstützung bietet. Eine Heimat, die einst viel bot, heute aber nur Kritik und Verachtung zeigt. Für viele hat diese Heimat einen eigenen Begriff. Sie nennen es „draußen im Knast“.

Eine solche Erfahrung verschiebt und verändert die eigene Lebensperspektive für immer. Die Definitionen von Wörtern wie „Heimat“ erhalten eine neue und tiefere Bedeutung. Sie ist nicht immer negativ, aber intensiver und oft mit Vorsicht und Besorgnis verbunden. Viele der Menschen, die auf diese Reise gehen, entscheiden sich dafür, es mit sich alleine auszumachen. Wer sie kritisiert, bekommt oft einen sehr bekannten Satz zur Antwort: „Geh in diesen Schuhen, bevor du über etwas urteilst, von dem du wenig weißt.“

Ich kann das verstehen …

Sie mochten diesen Beitrag? Unterstützen Sie uns doch mit einer kleinen Spende über PayPal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.