Nikolaus und Santa Claus – Schutzpatron und Gabenbringer

Der 6. Dezember ist in Deutschland der „Nikolaustag“. Da ist es Brauch die Schuhe vor die Tür zu stellen, um darauf zu warten, dass der Nikolaus vorbeikommt und kleine Geschenke in die Schuhe steckt. Das sind meist so Sachen wie Obst, Nüsse, Schokolade, Bonbons, aber manchmal auch andere Dinge.

So war es zumindest früher, als ich noch ein Kind war.

Heutzutage hat sich das etwas geändert. Im Gegensatz zu früher, lässt der Nikolaus neuerdings vom nützlichen bis zum absurden, alles da, was in den Schuh hineinpasst. Man glaubt es kaum, aber da gibt es Kopfmassagestäbe, singende Weihnachtskugeln, aufblasbare Ballontiere, Nageltrockner-Pusteäffchen, Weinflaschenthermometer, Handschuhe zur Touchpadbedienung, Massagesteine und Handtaschenhalter, alles vom Nikolaus per Haus, – direkt in den Stiefel – geliefert.

Und weil sich die Zeiten so drastisch geändert haben, wünscht sich so manch ein junger Mensch vom Nikolaus sogar ein Smartphone und stellt dazu seinen Stiefel vor die Tür.

Angefangen hat diese Tradition mit einer Legende:

Im 4. Jahrhundert lebte in der Stadt Myra (in der heutigen Türkei) der Bischof Nikolaus. Da gab es einen armen gottesfürchtigen Mann, der seinen Töchtern keine Aussteuer kaufen konnte. Das hörte der Bischof Nikolaus und er entschloss sich dem armen Manne zu helfen. In der Nacht warf er mehrere Klumpen Gold durch den Kamin der Familie und die Goldstücke fielen direkt in die Socken, die zum Trocknen am Kamin aufgehängt waren. Diese berühmte Geschichte ist der Ursprung der Tradition Socken oder Schuhe vor die Türe zu stellen, und darauf zu warten, dass Nikolaus sie mit Geschenken füllt. Weil der heilige Nikolaus auch als Schutzpatron der Kinder gilt, belohnt er fleißige und brave Kinder und kommt manchmal ins Haus. Dann liest er aus einem Buch den Kindern vor, welche guten und schlechten Taten sie über das Jahr hinweg begangen haben. Danach lobt oder tadelt er die Kinder, aber am Ende gibt es fast immer ein Geschenk.

Für unsere Leser in Übersee mag diese Tradition seltsam klingen, ist sie doch so anders, als die weihnachtlichen Gabenbringer außerhalb von Deutschland. Ja, der Nikolaus ist mehr ein Schutzpatron, ein Heiliger der katholischen Kirche der von Kindern und Seefahrern besonders verehrt wird, und für die mittelosen Jungfrauen eine Bedeutung hat, weil sie sich von ihren Fürbitten zu ihm bessere Finanzen erhoffen.

Für die Gaben am Weihnachstabend ist meist das Christkind zuständig, eine fiktive Gestalt, die im angelsächsischem Teil der Welt vom Santa Claus (dem Weihnachtsmann), ersetzt wird. Christkind und Weihnachtsmann haben dieselbe Bedeutung und dieselben Aufgaben. Diese Figuren des Gabenbringers gibt es im lateinamerikanischen Raum als „Niño Jesus“, das am Tag nach dem Heiligen Abend dort die Geschenke für die Kinder unter dem Weihnachtsbaum legt. Es sind allesamt Fantasiegestalten die als Gabenbringer fungieren.

Aber einen Nikolaus, ja den gibt es nur in den europäischen Ländern, aber auch dort nicht in Überall.

Bild: ManfredK – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49128069

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