Die Physik ist deshalb durch die Quantenmechanik postmodern geworden, weil es dem Zeitgeist entspricht, postmodern zu sein. Auflösung des Subjekts.

„Alles hat einen Grund, eine Ursache“ ist heute eine antiquierte Aussage. Dieser Satz ist längst überholt. Überholt von der Unbeobachtbarkeit der Dinge und Ereignisse. Was weiß ich? „Que sais je?“ sollte das Motto heute lauten, das bereits vor fast 500 Jahren Michel de Montaigne wiederholt ausgesprochen hat.

Wir sind wieder am Beginn der Aufklärung angekommen, wo es darum geht, nochmals von vorne anzufangen aber einen anderen Weg einzuschlagen.

Die Quantenmechanik, der Postmodernismus in Literatur und Philosophie sind nur ein Hinweis darauf, dass alle Wissenschaftlichkeit versagt hat. Eine neue Konzeption der Welt muss her.

Physik – Metaphysik.

Empirismus und Tabula Rasa John Lockes. Induktive und deduktive Methode.

Vielleicht sollte man heute versuchen, Ideale in die Praxis einzuführen. Nicht nur die Praxis oder nur das Ideal soll beschrieben werden, sondern von Ideal zur Praxis zur Metaphysik. Von der Metaphysik zum Ideal zur Praxis zur Metaphysik zurück. Wir kommen körperlich fertig auf die Welt, nach dem Tod werden wir (z)ersetzt. Die Entwicklung geht nicht von Nichts ins Etwas, sondern umgekehrt von Etwas ins Nichts.

Zunächst ist der Mensch, dann der Geist und dann die Erde.

Praxis = am Anfang des Lebens – Baby

Ideal = im Erwachsenenalter. Praktisches Ideal.

Praxis und Ideal im Alter, wenn man wieder wie Kinder wird.

Tod? Verwesung?

Damit ich zur idealen Praxis gelange, muss ich fest in der Praxis verankert sein und arbeiten. Putzen, einkaufen, real tätig sein, mit dem Auto fahren usw.

Aber während all dieser Tätigkeiten, sollte ich ein ideales langfristiges Ziel verfolgen und wenn ich einmal Zeit habe, wenn ich inspiriert bin, muss ich für dieses Ziel auch arbeiten.

Wenn Gott Fehler macht und diese unsere Chancen zur Errettung sind, dann sollten wir öfter gegebene Dinge als Fehler einschätzen. Einstellungen als Fehler sehen und anders denken lernen. Vor mir aus mit dem Gegensatz unserer Einstellungen gegenüber einem bestimmten Ding/Person anfangen. These – Antithese – Synthese. Aber diese Synthese soll nicht unbedingt als bare Münze genommen werden, sondern als vorläufiges Ergebnis. Besser noch wäre aus These – Antithese ein Drittes zu schaffen, das mit den ersten zwei nichts zu tun hat. Also noch weiter als der Syllogismus zu gelangen der zumindest ein bekanntes Element enthält. Im dritten Satz sollten die Elemente des ersten und zweiten Satzes nicht mehr vorkommen. Das, im Übrigen, verstehe ich unter Postmoderner Interpretation. Aber die Gefahr ist zu groß, sich zu verlieren oder gar verrückt zu werden!? Wenn man vorsichtig agiert und denkt, nichts übereilt und doch nicht stehen bleibt dann nicht. Das wäre Entwicklung. Nicht Übernahme von bekannten Tatsachen und Genen, sondern Schaffung neuer Tatsachen und Genen durch Eliminierung alter Tatbestände und Schaffung neuer Tatbestände.

Wie kann der Zeitgeist überwunden werden? Ohne dass man zu Schaden kommt? Die Vernunft muss unbewusst werden. Wenn wir die Vernunft bzw. den Menschenverstand als gegeben betrachten, dann können wir uns an diesem Experiment heranwagen. Zunächst müssen die Dinge erkannt werden, die man nicht ändern kann. Um zu überleben muss ich z.B. essen und trinken. Wenn ich das erkannt habe, dann muss ich auch dementsprechend handeln, d.h. essen und trinken. (Magersüchtige und Fettsüchtige sind nur Extreme, die nirgends hinführen. Denn Magersucht ist eine freiwillige Entscheidung, die wir in unserer zivilisierten Welt treffen können. Keiner stirbt in unseren Breiten an Magersucht, weil es Menschen gibt, die das erkennen und den Magersüchtigen früher oder später ins Krankenhaus bringen, wo er dann künstlich ernährt wird. Wenn einer daran stirbt, dann ist es freiwillig.)

Wenn man moderat mit den Dingen, die sein müssen, verfährt, dann hat man Zeit, sich um ein Ideal zu kümmern, das dann zur idealen Praxis führt.

Bei der Idealfindung hilft die Postmoderne und quantenmechanische Einstellung sehr. Aber dann muss man darüber hinausgehen und diese postmoderne Anschauung verlassen und kreativ (reaktiv) werden.

Ins Chaos treten, um das Chaos verlassen zu können. Nicht in eine prästabilierte oder selbst geschaffene Ordnung, sondern? Sich so zu fühlen, als wäre man der Lösung nah, als würde man die Lösung auf der Zungenspitze tragen. Das ist wahre Befriedigung. Man fühlt sich wie kurz vor einem explodierenden Stern. Und selbst wenn die Luftblase zerplatzt und nichts übrigbleibt, als leere Luft, etwas wird man dadurch für sich und andere schon bewirkt haben!!

Mit dem Geist alles umfassen, ausstrahlen. Alles das, was man mit seiner beschränkten Sicht und beschränkten Sinnen sieht. Leere = Chaos = Fülle.

Nicht distinguierbare Fülle fühlen!

Chaos bekommst du von selbst, Ordnung kostet Energie.

Daniel Kehlmann aus „Die Vermessung der Welt“

Chaos bekommt man nicht von selbst. Chaos muss genauso geschaffen werden. Chaos ist vielleicht unbewusster als Ordnung aber nicht umsonst!

Und wenn die Lichtgeschwindigkeit wirklich nicht konstant wäre??? Wenn die Wirkung vor der Ursache käme? Ich habe gerade das Buch von Lorenzo Licalzi „Che cosa ti aspetti da me?“ („Was erwartest du von mir?“) gelesen, deshalb komme ich auf solche Fragen, denn diese hat sich der Protagonist oder der Autor auch gestellt. Das Problem mit der Zeit fesselt mich schon seit Jahren. So wie die Frage ob im Universum, auf unserer Welt, in unserem Körper und Geist alles geordnet ist oder chaotisch, zufällig ist. Man möchte meinen, dass alles seine Ordnung hat, aber nur wenn man immer nur Ordnung erfahren hat. Wie ist es mit Leuten, die schwere Schicksalsschläge hatten, die krank wurden, die eine Krankheit besiegten usw. Was ist mit Leuten, die einen Krieg miterlebt haben, die den Tod des eigenen Kindes, eines Partners miterlebt haben? Die Opfer von Vergewaltigung, Terroranschlägen usw. wurden? Die ein Erdbeben erlebt haben, das ihr Hab und Gut, ihr Haus einfach so zerstört hat?

Wenn das Leben, die Welt, das Universum, der Körper und der Geist wirklich geordnet wären, dann gäbe es keine Naturkatastrophen, keine Krankheiten usw. Denn leider kann man noch nicht bestimmen wann ein Tsunami, ein

Erdbeben kommen wird, leider kann man Krankheiten noch nicht ganz aus der Welt schaffen und krank will keiner sein. Ich glaube auch schön langsam, dass Gott doch würfelt, auch wenn ich den Einstein sehr respektiere, seitdem ich weiß, dass er den universitären Betrieb verlassen hat, als er erfahren hatte, dass viele dem Nationalsozialismus verfallen waren. Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube an einem Gott, der Glaube an einer Ordnung im Universum nur daraus resultiert, dass der Mensch das Bedürfnis hat, alles ordnen zu wollen, alles erklären zu wollen, alles kategorisieren zu wollen, zu Rechtfertigen und so in Ruhe leben und sterben zu können. Wenn das wirklich so einfach wäre, dann würde doch kein Mensch mehr Angst haben. Aber furchtlos und von irgendetwas überzeugt sind doch nur diejenigen, die stehen bleiben, die ihren Geist nicht erweitern wollen. Diejenigen die die Realität nicht akzeptieren können oder wollen. Es gibt auch Menschen, die an der Realität verzweifeln, sich umbringen, verrückt werden. Die meisten Menschen aber leben in einer Scheinwelt, in ihren Anführungszeichen und machen keinen Schritt außerhalb dieser Anführungszeichen. Das ist mir z.B. viel zu langweilig und trostlos. Auch wenn ich weiß, dass gerade ich, ziemlich viel nicht weiß, geschweige denn wissen möchte, lasse ich mir trotzdem immer eine Tür zum Lernen offen. Und genau dieses offen lassen von Türen ist der Antrieb für mein Leben. Ich könnte nie behaupten mit irgendetwas fertig geworden zu sein, irgendetwas fertig gedacht zu haben, irgendetwas zu 100 % verstanden zu haben. Auch wenn ich vor anderen immer so tue, als wäre alles höchst definitiv, weiß ich genau, dass nichts definitiv ist. Ich muss jedoch von Zeit zu Zeit zu definitiven Erkenntnissen kommen oder daran 100 % glauben, denn ansonsten komme ich nie weiter. So wie Popper mit der Falsifikationstheorie für mich Recht hat. Es geht immer darum, die eigenen oder fremden Schlüsse und Erkenntnisse aufzudecken, d. h. ihre Mangelhaftigkeit oder ihren Irrtum zu beweisen, so dass man entweder weiterdenkt oder in eine andere Richtung denkt. Ich bin jedoch eher ein Mensch, der die Querdenkerei liebt. Ich vermische so wie hier Erkenntnisse aus der Physik mit Gedanken aus der Philosophie. Ich finde die Theorie über Atome, Quanten, Planeten und Universen sehr interessant. Ich weiß, dass ich z.B. eine Sonnenfinsternis nicht berechnen oder voraussehen kann. Trotzdem finde ich allein diese Wortkombination, diesen Gedanken interessant und mache mir so meine Gedanken darüber. Vermische einiges, bringe vieles durcheinander. Dass ich mich im mathematisch-naturwissenschaftlich-physikalischen Sinne sehr wenig auskenne, auskennen will hängt damit zusammen, dass mich genaue Berechnungen nicht interessieren. Mich interessiert nur das, was ich verstehen kann. Wenn ich von Lichtgeschwindigkeit spreche, habe ich keine Ahnung wie sie gemessen wird, wie sie sich konkret äußern würde, ich weiß nur dass es sie gibt und sich in gewisser Weise auswirkt, insofern auch, dass das Licht eine viel höhere Geschwindigkeit als ein Auto z.B. hat. Es sind nur vage Informationen, die ich über die Lichtgeschwindigkeit habe und doch oder vielleicht gerade deshalb finde ich dieses Wort, diese Bedeutung unheimlich interessant und, wie oben, verbinde ich dieses Wort mit irgendeinem abstrusen Gedanken, die aus meinem Gehirn kommen. Lichtgeschwindigkeit löst in mir Gedanken aus wie: die Dinge, egal ob Menschen, Autos oder Licht bewegen sich mit verschiedener Geschwindigkeit. Das Licht, das man nicht angreifen kann, zumindest nicht sinnlich angreifen kann, hat die höchste Geschwindigkeit. D.h. dass Körper, Materie, das dem Auge sichtbare einfach langsamer ist als etwas was man nicht sieht. Das Auto kann ich auch sehen, aber wenn ich fahre, sehe ich auch nicht unmittelbar wie das Benzin oder der Diesel den Motor antreibt, wenn ich laufe sehe ich auch nicht unmittelbar wie meine Energie dabei verbraucht wird. Also damit man schneller ist muss man Energie aufwenden und diese ist nicht sichtbar. Sie ist insofern sichtbar, dass man schwitzt, dass etwas wie Benzin verbraucht wird, etwas wird weniger, ich werde dünner, wenn ich viel laufe. Und wo geht mein Fett hin? Wohin geht das Benzin, es löst sich in Luft aus? Das ist für mich auch ein interessanter Gedanke, dass, um sich schneller zu bewegen, um sich überhaupt zu bewegen, damit sich überhaupt etwas bewegt, dieses Ding oder Körper dann kleiner wird. Deshalb kann sich Licht so schnell bewegen, weil es keine große Masse hat.

Sarah Krampl

Sarah Krampl, am 3.9.1971 in Latisana geboren und bis zum 14. Lebensjahr in Italien (Sanremo) aufgewachsen. Nach Abschluss von 2 Matura, Studium des Italienischen und Spanischen in Graz und Klagenfurt. 2003 Magistra der Philosophie - Mag. Phil. Ab 2005 Sprachtrainierin in den Sprachen Italienisch und Spanisch für die Volkshochschule, BIT, Sprachkurse für das AMS, Kindersprachkurse und Erwachsenensprachkurse. Übersetzerin für die Pensionsversicherungsanstalt seit 1998. Übersetzungen aus dem Italienischen, Spanischen und Portugiesischen für unterschiedliche Firmen. Zwei Bücher im Eigenverlag: „Literarisch-philosophische Rezensionen“ und „Fachessays“-Verheiratet, drei Kinder. Lebt in Villach.
Sarah Krampl

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