Eine ordentliche Kelle heißer und deftiger Bohneneintopf, ist bei einer ordentlichen Mahlzeit in Brasilien ein absolutes Muss. Wir essen den Bohneneintopf gerne mit einem Löffel Reis und Gemüse, Rind, Huhn oder Fisch. Dabei liegen Bohnen und Reis entweder sauber nebeneinander, andere geben die Bohnen über den Reis, und wieder andere lieben es alles einfach zu durchmischen. Zum Bohneneintopf gibt es übrigens auch oft aus knusprigem Maniok-Mehl in Butter gebackene Farofa und ein paar Chilischoten dazu.

Dabei ist es bemerkenswert, dass man den Bohneneintopf überall in Brasilien gerne isst. Ob im Norden oder Süden, Westen oder Osten, zu einfachen oder ganz besonderen Gerichten.

Foto: Ana Bacellar

Dabei sind unsere Bohnen eine schmackhafte Zutat, die sich von den leicht süßen Varianten einiger amerikanischer Rezepte unterscheidet. Sie sind näher an den weißen Bohneneintöpfen, haben aber viel mehr Sauce und auch mehr Bohnen.

Bohnen zu besorgen bereitet mir immer viel Vergnügen, wenn man bedenkt, dass es viele Sorten gibt, wie die winzigen perligen Manteiguinha, die schwarz Bohnen, die kleinen wie die Carioca (die beliebteste), Kolophonium, Bolinha, Rexo, Mulato und die größeren, wie Rajado und Jalo, die auch zu den beliebtesten Sorten zählen. Bohnen sind zarter und leckerer, wenn sie frisch sind, deshalb ist es wichtig, sie auch auf einem guten Markt zu kaufen, wo man dem Händler vertrauen kann.

Zu Hause wasche ich normalerweise die Bohnen, gebe sie in einen Topf (das kann ein normaler Topf sein, aber auch ein Schnellkochtopf, da einige von ihnen länger kochen müssen), bedecke sie mit Wasser und bringe das Wasser zum Kochen. Dann gieße ich das kochende Wasser ab, um sie besser verdaulich werden zu lassen, bedecke sie mit frischem Wasser, füge ein Lorbeerblatt hinzu und koche die Bohnen bis sie schön zart und butterig sind. Zum Test zerreibe ich eine einzelne Bohne zwischen den Fingern. Falls nötig füge ich während des Kochens noch etwas Wasser hinzu. Je nach Bohnenart dauert das alles zwischen eineinhalb und drei Stunden.

Gewöhnlich teile ich die Bohnen dann in mehrere Portionen auf. Einige verwende ich sofort, andere kommen für zwei bis drei Tage in den Kühlschrank, wieder andere für bis zu einem Monat in den Gefrierschrank.

Für das Rezept gebe ich etwas Pflanzenöl in eine Pfanne, und brate die gehackte Zwiebel und den Knoblauch darin an, gebe dann die Bohnen hinzu und etwas Salz. Ein paar der Bohnen zerquetsche ich mit der Schöpfkelle, um später eine dickere Sauce zu bekommen, und lasse den Eintopf dann etwa fünf Minuten kochen. Wer mag, kann auch ein wenig Tomatensauce, Kräuter, ein Stück Speck oder geräucherte Wurst hinzugeben.

Das ist alles sehr einfach, sehr lecker und sehr brasilianisch.

Rezept für 6 Personen
Kochzeit: ca. 4 Stunden

Zutaten:

  • 2 Tassen Bohnen Ihrer Wahl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • Pflanzenöl
  • Salz

Zubereitung:

Bohnen waschen, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Lassen Sie die Bohnen abtropfen und ersetzen Sie das Wasser mit frischem, damit die Schale leichter verdaulich wird. Die Bohnen wieder mit Wasser bedecken (5 cm über den Bohnen), das Lorbeerblatt hinzufügen und bei mittlerer Hitze leicht garen, bis die Bohnen zart und butterig sind. Bei Bedarf während der Garzeit mehr Wasser zugeben. Sie können anderthalb bis drei Stunden benötigen, um gut gekocht zu sein. Wenn Sie wollen, können Sie die Bohnen schneller in einem Schnellkochtopf kochen.

Wenn die Bohnen gekocht sind, geben Sie sie in eine Schüssel. Geben Sie dann etwas Pflanzenöl in eine Pfanne, in diese kommt dann die gehackte Zwiebel. Ist sie schön goldgelb, geben Sie den zerkleinerten Knoblauch hinzu. Ein wenig später die Bohnen mitsamt Flüssigkeit. Etwas Salz darüber geben und 15 Minuten köcheln lassen. Um eine dickere Sauce zu bekommen, kann man ein paar der Bohnen zerdrücken. Abschmecken, und dann heiß servieren.

Heloisa Bacellar

Heloisa Bacellar ist nicht nur in der brasilianischen Gastronomie-Szene eine feste Größe. Ihre Rezepte und die Leidenschaft für gutes Essen gibt sie inzwischen weltweit weiter. Dabei schloss sie zuerst ein Jura Studium an der Pontificia Universidade catolica in Sao Paolo ab. Doch statt als Anwältin zu arbeiten, ging sie nach Paris an die legendäre Cordon bleu, wo sie das Grand Diplôme de Cuisine erwarb. Es ist also hoch offiziell: Heloisa Bacellar gehört zu den besten Köchen, die sich finden lassen.
Heloisa Bacellar