Weihnachtsmärkte – 600 Jahre, aber beliebter als je zuvor

Deutsche Weihnachtsmärkte gelten als etwas ganz Besonderes. Im Schatten illuminierter Fachwerkhäuser, alter Häuser oder gar Burgen, unter festlich geschmückten Christbäumen scheint der Mensch allen Zwist und Unfrieden aus seiner Brust zu verbannen.

Weihnachten ist das Fest des Friedens, wer wollte schon an etwas Böses denken. Der Mensch entdeckt bei einem Becher Glühwein in der einen, und einem würzigen Lebkuchen in der anderen Hand, doch eher Gemeinsamkeiten, als trennenden Streit. Zwischen bunten Kiosken beladen mit Plätzchen, Nüssen, Christstollen, Printen und allerlei glänzenden Weihnachtsschmuck, den Weihnachtsliedern lauschend, es sich mal so richtig gut gehen zu lassen, ist ein unwiderstehliches Lab für Leib und Seele.

Ihre 600jährige Tradition hat sich bis heute bewahrt, und sie breitet sich immer mehr in der Welt aus. Längst sind sie zum Exportschlager geworden. In New York, Philadelphia oder Chicago, wollen die Amerikaner ihren Weihnachtsmarkt haben. Ebenso in Mittel- und Südamerika, wo etwa Mexiko City, Buenos Aires, Sao Paulo, Santiago de Chile oder Lima einen Weihnachtsmarkt ihr Eigen nennen. In Sapporo, Tokio, Osaka, Peking, Hongkong oder Schanghai, gibt es sie ebenfalls. Das Bild des Weihnachtsmarktes ist international – und dennoch sind Verkaufsbuden, Lichterkranz und Glühwein typisch Deutsch geblieben.

Es wundert wenig, dass die deutschen Weihnachtsmärkte Jahr für Jahr Massen an Touristen zum Jahresende anziehen. In Nürnberg, in Dresden, aber auch im österreichischen Salzburg oder Wien, ja auch in Straßburg oder Colmar im französischen Elsass, scheint jedes Jahr die Anzahl von Asiaten und Amerikanern, ganz zu schweigen von Italienern, Engländern, Iren oder Spaniern, zu steigen. Und das sind nur die vielleicht bekanntesten Märkte, denn im deutschen Sprachraum gibt es mehr als vierhundert Weihnachtsmärkte.

Ehe sie wieder auf die Heimreise gehen, decken sich die meisten der Gäste noch mit typischen Mitbringsel ein. Vielleicht ein paar original Nürnberger Lebkuchen oder Christstollen aus Dresden. Und wer es langlebiger mag, der packt die berühmten Räuchermännchen und Nussknacker aus dem Erzgebirge in seinen Koffer. Und die Erinnerung, dass eine Reise zu den deutschen Weihnachtsmärkten, mit zu den schönsten Reisen gehören, die es gibt.